Positionierung März 2018

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März 2018

Digital und weltweit in Liebe vernetzt

Das Leben der Kirche und in kirchlichen Gruppierungen „schwebt“ nicht losgelöst über den Realitäten dieser Welt. Es ist zu jeder Zeit stark verflochten mit der Lage in den jeweiligen Gesellschaften. Und die ist heute geprägt von Mobilität und digitaler Vernetzung. Die Welt ist ein Dorf geworden. Was die „allgemeine“ katholische und apostolische Kirche allerdings nicht so überrascht trifft, für sie war die Welt bei aller oft gegen sie propagierten „Rückständigkeit“ eigentlich schon immer ein von Geschwistern belebter Ort ohne Grenzen . . .

Den gesamtgesellschaftlichen Wandel, mobil und weltweit vernetzt zu leben, nimmt Papst Franziskus konsequent als Chance und Herausforderung wahr – auch für die Ausbildung derer, die sich auf die Verkündigung des Evangeliums vorbereiten. Auch die Communio in Christo hat ihre Mitglieder, soweit ihnen moderne Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, was bei den meisten der Fall ist, weltweit vernetzt. Wir stehen untereinander in Verbindung.

Das geschieht demnächst über den mehrsprachigen Internetauftritt www.communio.nrw, aber auch durch unseren an einen weltweiten Verteiler per Mail versendeten Newsletter sowie auch über unsere Printmedien in mehreren Sprachen an Mitglieder und Sympathisanten der Gemeinschaft rund um den Globus.

Im Sinne einer solchen weltweiten Vernetzung und Nutzung elektronischer Medien hat Papst Franziskus am 29. Januar 2018 unter dem Titel „Veritatis gaudium – Freude an der Wahrheit“ eine Apostolische Konstitution veröffentlicht. Darin appelliert Franziskus an die katholischen Universitäten und Fakultäten, sich stärker als bisher um die Lösung globaler Probleme zu kümmern, um so die christliche Botschaft besser vermitteln zu können.

Der Papst lädt in seiner neusten Reformschrift dazu ein, ab dem nächsten akademischen Jahr 2018/2019 vier Grundprinzipien zu beachten. Wir setzen sie an dieser Stelle fettgedruckt und kursiv dazu Positionen von Mutter Marie Therese, der Gründerin der Communio in Christo:

1. Wichtig sei die Kontemplation und Verinnerlichung der Frohbotschaft des Evangeliums Jesu Christi im Leben der Kirche und der Menschheit. Hier gehe es um die Erfahrung, als Kirche eine „Mystik des Wir“ und der universalen Geschwisterlichkeit zu realisieren und zu einer „Spiritualität der globalen Solidarität“ zu finden. Zuinnerst geht es Franziskus – in seiner inneren Zuordnung zum II. Vatikanischen Konzil – um ein Leben in der Nachfolge Jesu und um christlich gelebte Liebe zu Gott und den Menschen, und dies ohne Barrieren und Grenzen.

Auch Mutter Marie Therese, die Gründerin der Communio in Christo, wurde nicht müde, auf die innigste Verbindung zwischen Gottes- und Nächstenliebe hinzuweisen. Das Bemühen um deren konkrete und wirksame Realisierung innerhalb des Christentums und über alle seine Grenzen hinweg ist für sie das Ziel der Reformimpulse des II. Vatikanischen Konzils.

„Echte Liebe äußert sich in der Achtung vor dem anderen. Sie besitzt ein großes Verständnis für den Mitmenschen. Die Liebe hat einen hohen Respekt vor der Freiheit eines anderen.“ (Mutter Marie Therese, Die Nachfolge Christi – Die Ordensregel der Communio in Christo als ein Weg für alle, Paderborn, S. 209)


2. Der „Dialog auf allen Gebieten“ des Lebens macht die gemeinsame Suche nach der Wahrheit deutlich. Wissenschaftler, Lehrer und Studierende sind aufgerufen, eine „Kultur der Begegnung“ mit Vertretern anderer Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfen zu pflegen. „Es ist notwendig, dorthin zu gelangen, wo die neuen Geschichten und Paradigmen entstehen.“

Die Gründerin der Communio in Christo war während ihres ganzen Lebens immer neu im Gespräch mit (unterschiedlich) glaubenden, suchenden und besonders mit leidenden Menschen aller Couleur aus den verschiedenen für sie zugänglichen Völkern und Kulturen und der sich unterscheidenden Lebenskonzepten.

Als zum Beispiel die Erforschung der Übertragungswege des Aids-Virus noch ganz in den Kinderschuhen steckte und in der Gesellschaft große Ängste vorherrschten, plante sie trotz starken Gegenwindes eine eigene Aids-Klinik, um den durch diese Krankheit Ausgegrenzten und Leidenden Hilfen zu ermöglichen. „Unsere Welt darf niemals von Grenzen dominiert werden. Denn die Wahrheit ist, dass wir in unserem Bemühen gerade dort unsere Liebe ansetzen, wo andere Grenzen setzen. Unsere Freude ist es, dem Bruder und der Schwester zu dienen.“ (Mutter Marie Therese, a.a.O., S.98)

3. Die Studien sollen inhaltlich und methodisch inter- und transdisziplinär sein. Kirchliche Studiengänge sollen „eine Pluralität an Wissensgebieten“ anbieten und so den Reichtum irdischer Wirklichkeiten in den Blick nehmen. Nicht nur die Philosophie, sondern alle Natur- und Humanwissenschaften, nicht zuletzt die Psychologie, könnten so theologisch ernst genommen werden und die ganze Schöpfungswirklichkeit spirituell als Weg Gottes zum Menschen und Weg des Menschen zu Gott verstanden werden.

Mutter Marie Therese hat bei ihrer Gründung und ihrem Sozialwerk besonders die Bedeutung der Laien im Volk Gottes mit ihren je eigenen und unterschiedlichen Kompetenzen geschätzt und zur Geltung gebracht. Im Licht ihres außerordentlichen und prophetischen Charismas hat sie die pluralen Charismen in Kirche und Welt im Sinne von 1 Kor 12 (paulinische Lehre vom geheimnisvollen Leib Christi, in dem die vielen Glieder in Christus eins sind) als bunte Gaben Gottes ernst genommen.

4. Außerdem wirbt Papst Franziskus für die Gründung eines Netzwerkes der verschiedenen wissenschaftlich-theologischen und sozialen Werke, „die auf der ganzen Welt die kirchlichen Studien pflegen und fördern“. Der Papst hofft, auf diesem Weg Synergien zu nutzen zwischen akademischen Einrichtungen anderer Länder, Kulturen und Religionen. Darüber hinaus möchte der Papst, dass „Forschungseinrichtungen ins Leben gerufen werden, die sich auf das Studium der epochalen Probleme, welche die Menschheit heute bedrücken, spezialisieren und geeignete, realistische Lösungsvorschläge machen“.

In der Communio in Christo gibt es dem Willen der Gründerin folgend nicht nur den international aufgestellten Wissenschaftlichen Rat, sondern auch den sogenannten Internationalen Rat, der in besonderer Weise die national und kulturell unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen miteinander ins Gespräch bringen und fruchtbar machen soll.

 
www.communio-in-christo.deOrden Communio in Christo: Bruchgasse 14, 53894 Mechernich
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