Pilgerfahrt ins Heilige Land 2017 - ein Reisebericht

Aktuelles > 

Pater Ammann vor der Altstadt und den Tempelplatz in Jerusalem

Im Mai 2017 begaben sich Pater Ammann und eine 24-köpfige Reisegruppe gemeinsam auf Pilgerfahrt nach Israel. Dem Land, in dem die biblischen Geschichten ihren räumlichen Bezug finden und die historischen Testamente, sowie die Gegenwart zu einem einzigartigen Erlebnis werden.

In Jerusalem und Bethlehem, in Nazareth und Kafarnaum, am See Genesareth und in Caesarea Philippi, wo immer man hinkommt, findet man beeindruckende Spuren Jesu, wie sie im Neuen Testament bezeugt sind. Natürlich ist die gesellschaftliche und politische Lage im Land heute total anders als vor 2000 Jahren. Aber an einigen Stellen kann man die Hand ins Feuer legen für die Behauptung, dass hier der Ort ist, von dem in der Bibel berichtet wird: auf Golgota in Jerusalem zum Beispiel, wo ein erst vor wenigen Jahren entdeckter Steinring den Platz markiert, an dem das Kreuz Jesu gestanden hat, oder am Jakobsbrunnen in Nablus, wo Jesus sich von der Samariterin frisches Wasser geben ließ, das heute noch aus dem 42 Meter tiefen Brunnen kühl und trinkbar heraufgeholt werden kann; ebenso in Bethlehem, wo einer Silberstern auf den Geburtsort Jesu hinzeigt oder in Banjas, wo Jesus dem Simon Bar Jona seinen neuen Namen Petrus gegeben hat.

Die politischen Spannungen sind unübersehbar. An vielen Orten sind Soldatinnen und Soldaten postiert, mit Maschinenpistolen bewaffnet. Die verspannte Lage kann man fast mit Händen greifen: bei der Klagemauer in Jerusalem, dem heiligsten Platz des Judentums, und 20 Meter darüber auf dem Tempelplatz mit der Al-Aksa-Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islam, und ein Steinwurf weit entfernt die Anastasis, die Grabes- und Auferstehungskirche Jesu, dem heiligsten Ort der Christen. Geradezu bedrückend ist der Anblick der 9 Meter hohen Beton-Mauer, mit der sich Israel gegen Palästina absichert und abschottet. Hinter der Mauer gibt es im von Israel seit 1967 besetzten Gebiet ungemein viel Elend, Armut und Arbeitslosigkeit. Und dann die völkerrechtlich illegalen jüdischen Siedlungen im besetzten palästinischen Gebiet. Trotz sehr starker Friedensbewegungen in Israel und Palästina liegt die Realisierung der Zwei-Staaten-Lösung auf dem Weg zum Shalom/Salam/Frieden beider Gruppierungen in weiter Ferne. Reinhold Schneider würde wohl angesichts der konkreten Lage im Nahen Osten wohl erneut schreiben: „Allein den Betern kann es noch gelingen, …“

Umso beeindruckender ist immer neu die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen uns Deutsche willkommen heißen und empfangen. Auf unserer Pilgerfahrt haben wir unsere Zimmer bezogen und uns verwöhnen lassen in der griechisch-orthodoxen „Villa Nazareth“, bei dem jüdischen Brüder-Trio, das uns im 4*-Hotel Ron Beach herzlich aufgenommen hat, im gastlichen römisch-katholischen Gästehaus der Crèche, dem Waisenhaus von Vinzentinerinnen in Bethlehem, und im wunderbar gelegenen griechisch-katholischen Patriachat in der Nähe des Jaffa-Tores der jerusalemer Altstadt. Viele geradezu geschwisterliche Erfahrungen konnten wir in den Quartieren machen.

Die Primatskapelle um Ufer des Sees Genesareth
Betende Menschen an der Klagemauer
Gläubige verehren den Salbungsstein in der Grabeskirche in Jerusalem, auf den der Leichnam Jesu fürs Begräbnis hergerichtet worden sein soll
Eines von den Kleinsten im Waisenhaus Crèche in Bethlehem

So sah unser Programm der 10-tägigen Reise durchs Heilige Land aus:

1. Tag (Di, 09.05.2017):   Flug von Frankfurt nach Tel Aviv, Transfer nach Nazareth durch die Scha­ron-Ebe­ne und durchs galiläi­sche Berg­land

2. Tag (Mi, 10.05.):          9 Uhr Gang durch Nazareth: orthodoxe Gabrielskirche mit Marien­brunnen, Ver­kündi­gungskir­che, Eucharistiefeier (11 Uhr) in der Basilika, Mittagspause, Fahrt zum Berg Tabor, Auffahrt gegen 16 Uhr mit Taxi

3. Tag (Do, 11.05.):           8 Uhr Fahrt zum „Berg der Selig­preisun­gen“, Eu­cha­ristie­fei­er (10.00 Uhr), Wande­rung zum See Genesa­ret, Pri­matskapelle, Tabgha der Franziskaner, Mittagspause, neue Kirche von Migdal, Kafar­naum, Bootsfahrt über den See nach Tiberias

 

4. Tag (Fr, 12.05.):            Tabgha der Benediktiner, Dalmanuta, (Eucharistiefeier 9 Uhr), Hazor und Besuch des Tel und des Museums dort, Fahrt zu den Jordanquellen nach Banjas (Caesarea Philip­pi), Qu­netra

5. Tag (Sa, 13.05.):          Sebaste (Samaria), Nablus, Jakobs-Brunnen, Fahrt nach Jerusalem, erster Blick vom Ölberg in die Altstadt

6. Tag (So, 14.05.):          Gesamt-Ansicht über Jerusalem vom Ölberg aus; zur Kapelle „Do­minus flevit“, Euchari­stiefeier (10 Uhr), Pilgerweg zum Garten Getseme­ne im Kidrontal, Mariengrab, durchs Stephanstor Einzug in Jerusalem, Sions-Schwestern (Lithostrotos), auf der „Via do­lorosa“ zur Anastasis

7.Tag (Mo, 15.05.):       Eucha­ristiefeier in der Geburtskirche in Bethlehem (gegen 10 Uhr), Besuch der Hirtenfelder

8.Tag (Di, 16.05.):            Klagemauer in Jerusalem, Eucharistiefeier im Vadi Qelt (9 Uhr), Fahrt zur Taufstelle des Johannes am Jordan, Jeri­cho, Tel, Elischaquelle, Mittagspause; Qumran; Totes Meer, Jerusalem

9.Tag (Mi, 17.05.):           Christlicher Sion, Eu­chari­stie­fei­er bei den Fran­ziska­nern im Coenaculum (10 Uhr), Dormitio, Davidsgrab, Römische Trep­pe bei St. Pe­ter zum Hah­nenschrei

10. Tag (Do, 18.05.):        8 Uhr Abfahrt zum Mariamne-Grab, Fahrt nach Emaus/Latroun (Gemeinschaft der Seligpreisungen), Eucharistiefeier (10 Uhr), Weiter­fahrt zum Flughafen Tel Aviv, Heimreise nach Frankfurt

Die nächste Reise ist für Mai 2018 mit vergleichbarem Programm vorgesehen.

Impressionen (klick Vergrößerung)

Die Eremos-Höhle beim See Genesareth, in die sich Jesus immer wieder zum Gebet zurückgezogen haben soll
Steinen, mit denen die Grab-Besucher ihre Verstorbenen ehren (ähnlich wie wir es mit Blumen auf den Gräbern tun)
Ölbäume im Garten Getsemane, die 2000 Jahre alt sein können
Blick in den Teich Betesda in der Nähe des Schaftores in Jerusalem
Der Silberstein am Ort der Geburt Jesu in Bethlehem
Vor der Westmauer, der sog. Klagemauer in Jerusalem, dem heiligsten Ort des Judentums
 
www.communio-in-christo.deOrden Communio in Christo: Bruchgasse 14, 53894 Mechernich
Sozialwerk Communio in Christo: Bruchgasse 10-14A, 53894 Mechernich
Telefon +49 (0)2443 9814-0, E-Mail info@communio-in-christo.de