Mitgliederversammlung des Hospiz-Förderverein

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Fast eine Million Euro hat der Förderverein Hospizes Stella Maris e.V. in den 16 Jahren seit seiner Gründung an Spenden eingenommen und damit das Hospiz Stella Maris, seine Gäste, Angehörige und das Betreuungsteam unterstützt. Allein 91.305,43 Euro Reinerlös wurden nach den bislang elf Benefizkonzerten des Startenors Johannes Kalpers gezählt, der vor Jahren die Schirmherrschaft für das Hospiz Stella Maris übernommen hat.

Der für drei Jahre wiedergewählte Vorstand des Fördervereins Hospiz Stella Maris. Jürgen Schüffelgen und Jürgen Sauer (3. und 5.v.l.) stehen jetzt seit zehn Jahren an der Spitze des Vereins. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Diese Bilanz zog Vorsitzender Jürgen Sauer am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins. Neben den Jahresberichten aus der Vereins- und Hospizarbeit, wurde nach  dreijährigen Amtszeit der Vorstand entlastet und Neuwahlen wurden vollzogen. Die Wahlen wurden jeweils per Akklamation und mit einstimmigen Ergebnissen durchgeführt. Vorsitzender blieb Jürgen Sauer, Jürgen Schüffelgen sein Stellvertreter. Beide stehen jetzt seit zehn Jahren an der Spitze des seinerzeit von Helmut Weber gegründeten Hospiz-Fördervereins. 

Ebenso ohne jeden Widerspruch und mit ausdrücklichem Lob aus der Versammlung wurden Schriftführerin Tatjana Kolb, Kassierer Herribert Liermann und die Beisitzer Rainer Breinig, Heiner Dieroff und Wilfried Schmidt in ihren Ämtern bestätigt. Geborene Mitglieder sind Pfarrer Karl-Heinz Haus, der Generalsuperior der Communio in Christo, und Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo. Arnolds Vorgänger Helmut Weber ist Ehrenmitglied mit beratender Stimme im Vorstand.

Das Hospiz-Pflegteam begründet ausgezeichneten Ruf

Silvia Sack (leitende Hospizfachkraft im Hospiz Stella Maris) und Sonja Plönnes (Pflegedienstleitung des Hospizes und der Langzeitpflege) berichteten von ihrer Arbeit und von der Befindlichkeit ihres Teams. Die Pflegekräfte im Mechernicher Hospiz sind für ihren besonders empathischen und liebevollen Umgang mit den Gästen bekannt. Fördervereins-Vorsitzender Jürgen Sauer: „Die Belegschaft begründet den anerkannt ausgezeichneten Ruf unseres Hospizes. Sagen Sie das Ihren Mitarbeiterinnen im Team!“

Das Pflegepersonal im Hospiz steht unter besonderen Belastungen. Es werden schließlich nur Menschen aufgenommen, denen Arzt oder Klinik attestiert haben, dass sie unheilbarkrank und „austherapiert“ sind. Die Schwestern im Hospiz pflegen also niemanden gesund, sondern sie begleiten sterbende Menschen mit intensiver liebevoller Pflege und palliativmedizinischer Unterstützung die Hausärzte. Jürgen Sauer: „Wir leben eine andere Philosophie als aktive Sterbehilfe: Wir helfen Menschen leben bis sie sterben.“

Schwester Silvia Sack berichtete, dass die Belastungen in den vergangenen t fünf Jahren noch zugenommen hätten, weil totkranke Menschen immer länger in Krankenhäusern therapiert würden und folglich nur noch kurz zu leben hätten, wenn sie ins Hospiz kommen. Die Schwestern unterzögen sich einer dauerhaften Supervision, um die damit verbundenen psychischen Belastungen zu verarbeiten.

Silvia Sack (stehend) und Sonja Plönnes (l.) berichteten von ihrer Hospizaarbeit. Die Pflegekräfte im Mechernicher Hospiz sind für ihren besonders empathischen und liebevollen Umgang mit den Gästen bekannt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Silvia Sack und Sonja Plönnes bedankten sich beim Förderverein für die großzügige Unterstützung des Hospizes, seiner Einrichtung und Ausstattung, aber auch bei der Ausbildung ehrenamtlicher Hospizhelfer, die dem Stammpersonal hilfreich zur Seite stünden. „Seit Januar und bis heute haben wir 78.000 Euro ans Hospiz überwiesen“, berichtete Jürgen Sauer: „Das ist auch erforderlich, denn die Gesetzeslage sieht ja ausdrücklich vor, dass die Finanzierung der Hospize allein durch die Kranken- und Pflegekassen nicht gewährleistet sind.“ Mit Sterbenden sollen in der Bundesrepublik keine Geschäfte gemacht werden. 

Sauer: „Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Finanzierungsmaßnahmen des Hospizträgers für eine optimale Betreuung und Betreibung des Hospizes zu unterstützen, insbesondere unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgabe, wonach zehn Prozent der Kosten eines Hospizplatzes, also des tagesbezogenen Bedarfssatzes, in Form von Spenden, ehrenamtlicher Mitarbeit, Mitgliedsbeiträgen und sonstigen Zuwendungen und Einnahmen aufzubringen sind.“ Hospize wie das Hospiz Stella Maris seien immer und permanent auf Spenden angewiesen.

Deshalb bereitet dem Vorsitzenden auch die Mitgliederstruktur etwas Kummer. Er appellierte an die Mitglieder: „Wir sollten dringend jüngere Förderer als neue Mitglieder werben, damit unsere segensreiche Arbeit irgendwann von jüngeren Händen fortgeführt werden kann.“ Sauer erwähnte, dass der Förderverein den Bau der Andachtskapelle auf dem Gelände der Communio in Christo durch „eine namhafte Spende“ ebenfalls unterstützt habe. 

Und: Hospiz-Schirmherr Johannes Kalpers wolle 2016 seinen 50. Geburtstag und sein 40jähriges Bühnenjubiläum mit einem großen Benefizkonzert im Euskirchener Stadttheater zugunsten des Hospizes Stella Maris in Mechernich feiern.

Jürgen Sauer dankte auch Erwin Mungen und Hermann-Josef Wassong, den alten und neuen Revisoren des Vereins, die die Finanzen geprüft, die Kassenführung als vorbildlich bezeichnet und die Entlastung des Vorstands beantragt hatten.

Am Vorstandstisch der Jahreshauptversammlung des Förderverein Hospiz Stella Maris e.V. (v.l.): Generalsuperior Karl-Heinz Haus, Vize-Vorsitzender Jürgen Schüffelgen und Vorsitzender Hans-Jürgen Sauer. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Sauer: „Zielsetzung des Fördervereins und seines Vorstandes, der wir uns verpflichtet fühlen, sind vor allem die Werbung für die Hospizarbeit und für das Hospiz Stella Maris in der Öffentlichkeit, um dadurch gleichzeitig Verständnis für dieses karitative Wirken in der Bevölkerung zu wecken. Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass wir mit vielfältigen Maßnahmen hierzu wieder einen wichtigen Beitrag leisten konnten.“ 

Sauer freute sich, dass das novellierte Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland eine Verbesserung der Finanzierung durch die Krankenkassen vorsieht: „Dazu gehört unter anderem, dass diese zukünftig generell 95 Prozent der Kosten eines Hospizplatzes übernehmen.“

 
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