Mechernich-Camp in Polen

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Die Verbindung nach Skarszewy stiftete einst die Communio in Christo, jetzt gab es erstmals ein kirchliches Jugendsommerlager in der Mechernicher Partnerstadt: Kinder und Jugendliche aus den katholischen Kirchengemeinden der GdG „St. Barbara“ und des Jugendrotkreuzes Mechernich bauten ihr „Camp St. Agnes 2017“ am Niedackisee im Freizeitzentrum „Twardy Dol“ auf.

So schön wie am Nedackisee hatten es die Teilnehmer des seit 1994 stattfindenden „Camp St. Agnes“ selten. Im kommenden Jahr soll es an die Rur gehen, ebenfalls ein Camp direkt am Wasser. Foto: Anna Lang/pp/Agentur ProfiPress

Erlebnisreiche Tage verbrachten 34 Kinder und Jugendliche und zwölf junge Erwachsene und ältere Betreuer aus den Mechernicher Kirchengemeinden und dem Jugendrotkreuz im Sommerzeltlager „Camp St. Agnes 2017“ im Freizeitzentrum „Twardy Dol“ bei Skarszewy, der polnischen Partnerstadt von Mechernich.

Neben dem seit fast 25 Jahren üblichen Lagerleben mit Nachtwachen, Küchen- und Putzdiensten, Brennholzbeschaffung, Sport und Spielen machten die Mechernicher diesmal Ausflüge nach Danzig und Marienburg, absolvierten ein Fußballturnier mit den Messdienern von Skarszewy und feierten eine Heilige Messe mit einem deutschsprachigen polnischen Priester, Adam, einem Freund des Prälaten Ryszard Konefal von Skarszewy.

Konefal gehörte mit zu den ersten offiziellen Delegationen der Stadt Skarszewy in Mechernich um den damaligen Bürgermeister Dr. Dariusz Skalski. Die in beiden Kommunen sehr aktive Communio in Christo wurde zum auslösenden Moment für den Abschluss der ersten deutsch-polnischen Städtepartnerschaft im Kreis Euskirchen.

Der Diakon und stellvertretende Rotkreuz-Vorsitzende Manfred Lang, geistlicher Leiter des kombinierten Kirchen- und Jugendrotkreuz-Sommerlagers, erprobt seine bis dahin nur rudimentär vorhandenen Fähigkeiten im Anfertigen eines „Selfie“-Fotos mit dem Handy. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Es war jetzt das erste Mal, dass eine kirchliche Gruppe und eine Gruppe des Jugendrotkreuzes aus Mechernich Skarszewy besuchten. Leiter der Aktion war der katholische Diakon Manfred Lang, der der Communio in Christo nahesteht und stellvertretender Vorsitzender des Roten Kreuzes in der Stadt Mechernich ist.

Bereits zwei Tage vor Sommerferienbeginn starteten Peter Heimbach, Diakon Manni Lang, Holger und Till Stürmer sowie die Eheleute Biggi und Heinz Gerd Züll am Donnerstag, 13. Juli, als Vortrupp von Mechernich aus mit Lkw und Pkw, um am See Nedackie, 50 Kilometer südlich von Danzig, das Sommerlager „Camp St. Agnes 2017“ aufzubauen.

Deutsch-polnischer Aufbau

Den Rotkreuzbus mit rund 50 Kindern und Betreuern an Bord steuerte Busfahrer Manfred Schojohann kurz nach Mitternacht am Sonntag, 16. Juli, auf den idyllisch gelegenen Zeltplatz, den der Vortrupp mit Hilfe des Lehrers und Dolmetschers Krystian Buchholcz und einiger seiner Schüler bereits aufgebaut hatten.

In den folgenden zehn Tagen machten die Mechernicher zahlreiche Begegnungen mit polnischen Jugendlichen, unter anderem bei einem 7:1 gewonnenen Fußballfreundschaftsspiel gegen die Messediener von Skarszewy. Im Lager lebte mit den Eifelern Natalia Buchholcz, die Tochter von Krystian Buchholcz, die bereits beide im Rahmen der Städtepartnerschaft in Mechernich zu Gast waren. Auch Kulturdezernentin Miroslawa Möller begrüßte die Mechernicher, Bürgermeister Jacek Pauli weilte in Urlaub.

Zur Lehrstunde in Sachen hohes Gut Demokratie wurde der Besuch im Solidarność-Zentrum auf dem Gelände der früheren Leninwerft in Danzig. Hier ist ein Teil der Mechernicher Polenreisenden am Runden Tisch zu sehen, an dem in der Übergangsphase vom kommunistischen Regime zur demokratischen Republik zwischen dem 6. Februar und dem 5. April 1989 in Warschau Gespräche stattfanden. Teilnehmer waren Vertreter der regierenden Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, der oppositionellen Gewerkschaft Solidarność, der katholischen Kirche und anderer gesellschaftlicher Gruppen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Besonders eindrucksvoll waren Ausflüge nach Danzig und Marienburg, wo jeweils kinder- und jugendgerechte deutschsprachige Führungen angeboten wurden. Zur Lehrstunde in Sachen hohes Gut Demokratie wurde der Besuch im Solidarność-Zentrum auf dem Gelände der früheren Leninwerft in Danzig.

Mahnung gegen Demokratiefeinde

Bürgerrechtsbewegung, Gewerkschaftswiderstand und schließlich der Fall des Eisernen Vorhangs und die zweitweise Überwindung der Blockbildung in Europa waren für die unter 25Jährigen Geschichtsunterricht, für die älteren Teilnehmer von Kirchengemeinden und Rotem Kreuz eine mahnende Erinnerung daran, was angesichts neuer nationalistischer Bestrebungen in Europa auf dem Spiel steht.

„Camp St. Agnes“ fand 1994 erstmals und seither jedes Jahr zu Beginn der Sommerferien statt. Die Sommerzeltlager wurden jeweils zwischen Hunsrück und Niederrhein aufgeschlagen. 2017 ging es erstmals ins europäische Ausland.

Das Lagerleben ist immer gleich und besteht aus Meditationen und Gebeten, verschiedenen Aufgaben und Diensten sowie jeder Menge Freizeit und Spaß. Den Abend beschließen jeweils Lagerfeuerrunden mit Vorlesen und Gesang.

Sehnlich mit einer Spannung aus Vorfreude und Schauder erwartet wird jeweils die Nachtwanderung mit Mutprobe am letzten Abend, bei der ältere Jugendliche eine Strecke durch den Wald vorbereiten, auf der es mit Dingen zugeht, die nicht ganz geheuer sind. Verlangt ist dabei das Vertrauen, dass einem nichts geschieht, das Stück Strecke legen die Kinder alleine oder zu zweit zurück und bekommen am Ende für ihre Courage ein „Mut-Bändchen“ ans Handgelenk geflochten.

Impressionen:

Am Krantor in Danzig
Mechernicher Jugendliche mit den Betreuern (von links) Peter Heimbach, Anna Lang und Christine Roggendorf
Zehn der insgesamt 14 Betreuer und Busfahrer, die ihre Freizeit und zum Teil ihren Jahresurlaub für die jährlichen Mechernicher Sommerzeltlager schenken
Kirchen- und Rotkreuz-Jugendliche und Betreuer vor dem Rathaus in Mechernichs polnischer Europa-Partnerstadt Skarszewy
In der Marienburg
Morgenstimmung am Nedackisee
Zeltrunde mit Vorstellung der einzelnen Gruppennamen am ersten Abend nach Ankunft am 16. Juli
Die Gastgeber aus Skarszewy gegen Mechernich beim Freundschaftsspiel gegen Mechernich

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Fotos: pp/Agentur ProfiPress

 
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