Ein Wunsch wurde Wirklichkeit - Pietà eingeweiht

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Communio-Generalsuperior Karl-Heinz Haus (vorne) nahm zusammen mit Father Jaison Thazhathil die Segnung der Pietà in der Andachtskapelle vor. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Andachtskapelle der Communio in Christo steht allen Menschen als Ort des Friedens und des Gebets offen. Als Symbol dafür hat die Künstlerin Maria J. Fernandez aus Engelsdorf eine Bronzeskulptur der Gottesmutter mit dem toten Jesus (Pietà) entworfen. Nach monatelanger Arbeit wurde sie jetzt an ihrem Platz in einer Lichtsäule unter dem Dachfenster der Kapelle aufgestellt.

Die Figur der Gottesmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß ist ein Bild von Menschlichkeit und gleichzeitig von tiefem Leid. „Ich habe bei meiner Arbeit so viel an die kranken Menschen hier gedacht“, erzählt Maria J. Fernandez. Die Kapelle steht auf dem Gelände der Communio in Christo zwischen den Gebäuden der Schwerst- und Langzeitpflege, des Hospizes „Stella Maris“ und der Ordensgemeinschaft.

Mit der Andachtskapelle und der Pietà konnte nun der Wunsch vieler Bewohner und Angehöriger erfüllt werden. „Sie hatten das Bedürfnis nach einem Ort der Stille, an dem sie auch eine Kerze anzünden können“, erklärte Communio-Geschäftsführer Norbert Arnold. Finanziert wurde die Pietà ausschließlich über eigens für diesen Zweck vorgesehene Spenden.

Montage mit Kraft und Feingefühl

Fotos: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
 

Die Montage der Bronzeskulptur war eine Herausforderung, die sowohl Kraft als auch Feingefühl erforderte. Künstlerin Maria J. Fernandez war mit ihrem Team aus der Werkstatt von Burg Engelsdorf zum Mutterhaus der Communio in Christo nach Mechernich gekommen – die Pietà sicher verpackt auf einem Anhänger. Bevor die Figur ihren Platz einnehmen konnte, mussten allerdings erst ein Steinsockel und der darauf liegende Messingtisch für die Kerzen montiert werden.

Der schwierigste Teil dieses Unterfangens lag im Aufstellen des 800 Kilogramm schweren Steinsockels. Denn der Kippmoment, wenn der Block mit Hilfe eines Portalkrans von der liegenden in die aufrechte Position gebracht wird, birgt die Gefahr, dass die Steinkante unter der Last abbricht. Vorsichtig wurde der massive Sandstein, geschützt von mehreren Kantenschonern, mit dem Kran in die Höhe gehoben – bis er endlich unbeschädigt über dem Boden der Kapelle schwebte.

Den Sandstein hatte die Künstlerin selbst in einem Steinbruch ausgesucht. „Die Maserung ist von der Natur gegeben, hier scheinen sich die Adern zu bewegen. Der Stein ist einmalig für dieses Projekt“, erklärte Maria J. Fernandez. Mit einem speziellen Kleber wurde der Sockel schließlich befestigt. Die genaue Position hatte die Künstlerin bereits im Vorfeld mit Hilfe einer eigens dafür hergestellten Attrappe der Pietà bestimmt. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Wirkung der Bronzefigur im Lichteinfall unter dem Dachfenster.

Nachdem auch der breite Messingtisch aufgesetzt und festgeschraubt war, konnte endlich die Pietà mit einem Gabelstapler in die Kapelle gefahren werden. Vorsichtig löste die Künstlerin das schützende Tuch von der Figur, bevor sie an zahlreichen Schlaufen mit dem Kran in die Höhe gehoben wurde. „Es fehlen sieben Zentimeter“, konstatierte Karl-Heinz Altdorf vom Team der Künstlerwerkstatt plötzlich – und alles stand still. Die Pietà hing schon bis zum Anschlag am Kran. Doch schon bald war eine Lösung gefunden: Die Schrauben, mit denen die Figur auf dem Sockel befestigt werden sollte, konnten so tief in die Statue eingedreht werden, dass die fehlenden Zentimeter wieder wett gemacht wurden. Und es war geschafft.

Ein Kreuz in Bewegung

Von links: Geschäftsführer N. Arnold, Architekt K. Kraemer, Künstlerin Maria J. Fernandez, Kunsthistoriker Dr. W. Stracke, Pfarrer Jaison Thazhathil, Generalsuperior Karl-Heinz Haus und Pater Amman. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Das ist schön“, sagte die Künstlerin ganz leise, mehr zu sich selbst, als sie ihr Werk betrachtete. „Es geht um die Gesamtheit als Kunstwerk“, erklärte sie. Dabei komme es zum Beispiel auf Proportionen und Symmetrie, aber auch auf die Natur an. Die Skulptur bildet mit den beiden Körpern ein Kreuz, das durch die Gliedmaßen allerdings nicht starr, sondern in Bewegung erscheint.

Beim Sommerfest der Communio in Christo wurde die Pietà im Beisein von zahlreichen Mitarbeitern, Bewohnern, Angehörigen und Freunden feierlich eingeweiht. In seiner Predigt erklärte Father Jaison Thazhathil, dass „Pietà“ auf Deutsch „Erbarmen“ bedeutet: „Für Jesus bedeutete »Erbarmen haben«, die Trauer der Menschen, die er traf, zu teilen, aber gleichzeitig auch selber dafür zu sorgen, dass sie sich in Freude wandelte“, zitierte er aus einer Ansprache von Papst Franziskus im „Jahr der Barmherzigkeit“.

Zur Segnung der Pietà erklärte Father Jaison Thazhathil: „Jetzt zeigt uns Maria, was es bedeutet, auch in letzter Konsequenz an der Seite des geliebten Menschen zu stehen.“ Die Atmosphäre in der kleinen Kapelle fasste Communio-Generalsuperior Karl-Heinz Haus in Worte: „Die Pietà braucht diesen Raum.“

Schon kurz nach der Einsegnung hatten zahlreiche Bewohner, Angehörige und Freunde der Communio in Christo Kerzen an der Pietà angezündet. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
 
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