„Aus einem Geist...“

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Pater Rudolf Ammann (75) ist als Schönstatt-Pater zum Kapitel und zur Leitung der Communio in Christo in Mechernich gestoßen. Seit Anfang 2015 fungiert der unter anderem jahrzehntelang als Verlagschef und leitender Redakteur, Spiritual und geistlicher Begleiter tätige Schwabe dort als Assistent und Gesprächspartner von Generalsuperior Karl-Heinz Haus.

Pater Rudolf Amman war bei seinem ersten Ordensgedenktag 2011 „enorm beeindruckt wie viele Priester, Schwestern und Laien so vieler unterschiedlicher Nationen da um den Altar Christi versammelt waren“. Archivfoto: Franz-Josef Vogt/pp/Agentur ProfiPress

Seine Vita umfasst in Stichworten drei eng beschriebene Seiten, seine Bibliographie ist kaum weniger umfangreich. Das ist ihm peinlich und die Frage nach der Anzahl der von ihm verfassten Bücher beantwortet Pater Rudolf Ammann ausweichend: „Ich weiß es selbst nicht genau...“

Wie viele Bände meist geistlichen Inhalts er als Mitglied der Geschäftsleitung des PatrisVerlages (1990 – 2014) herausgebracht hat, weiß der seit dem 1. Januar 2015 zur Communio in Christo entsandte Schönstatt-Priester hingegen ganz genau, nämlich rund 250, etwas mehr als zehn Titel pro Jahr. Außerdem war der Theologe und Journalist seit 1998 verantwortlicher Redakteur der schönstättische Spiritualität kommunizierenden Zeitschrift „basis“, die 1968 von dem Schweizer Schönstatt-Pater Karl Lukaschek gegründet worden war.

Zu den regelmäßigen Lesern der „basis“ gehört auch Generalsuperior Karl-Heinz Haus. Über ihn als Person kam Pater Ammann erstmals in seinem Leben mit der Communio in Christo in Berührung. „Da geht es mir wie vielen im katholischen Deutschland“, scherzt Rudolf Ammann, der unlängst Matthias Kopp, den Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, ins Mechernicher Mutterhaus und in die Pflegeinrichtungen der Communio in Christo eingeladen hatte – und der sich nach einem Rundgang mit Ammann und Heimleiterin Ulrike Müller sowie Geschäftsführer Norbert Arnold gefragt habe: „Warum wissen wir davon nichts?“

„Auch ich ahnte nicht, wer oder was die Communio in Christo war“, verriet Pater Ammann in einem Interview, als er vor einigen Jahren als Spiritual der Priesterliga zum Goldenen Priesterjubiläum seines Mit-Schönstatt-Priesters Richard Kurth eingeladen war: „Beim Mittagessen saß mir gegenüber am Tisch ein netter älterer Diözesanpriester...“ Das war Generalsuperior Karl-Heinz Haus...

Die beiden geistlichen Herren kamen ins Gespräch über den gemeinsamen Freund Richard Kurth, einen Studienkollegen von Karl-Heinz Haus, über die Zeitschrift „basis“ und schließlich auch über die „Communio in Christo“. Es folgten zahlreiche Telefonate, aber wenige Begegnungen: „Wir haben uns angefreundet – und eines Tages lud mich der Generalsuperior ein, Mitglied des Kapitels der Communio in Christo zu werden.“

Pater Rudolf Ammann im Interview. Fotos: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Diesem achtköpfigen, schon von Gründerin Mutter Marie Therese größtenteils mit externen Experten besetzten Leitungs- und Kontrollgremium anzugehören, sei ihm Ehre und Beschämung zugleich gewesen: „Zu der Zeit hatte ich die Pflegeeinrichtungen und das Hospiz des Sozialwerks der Communio in Christo nicht einmal besucht.“ Als er das - geraume Zeit später allerdings erst - nachgeholt habe, sei er erschüttert und beeindruckt zugleich gewesen, „wie viel Leid, wie viele dramatische Lebensgeschichten und wie viel liebevolle Zuwendung zugleich es in der Langzeitpflege »Communio in Christo«, im Hospiz»Stella Maris« und in der Seniorenpflegeeinrichtung »Haus Effatta« in Mechernich und Blankenheim gibt“.

„Ich muss gestehen, ich hatte feuchte Augen“, so Ammann: „Heute begleite ich selbst Besucher, die durch meine Bekanntschaft nach Mechernich kommen, mit Ulrike Müller und Norbert Arnold durch die Einrichtungen.“ Die meisten davon seien tief beeindruckt, aber auch bedrückt über die Schwere der Beeinträchtigungen, das junge Durchschnittsalter der Pflegebedürftigen von nur 40 Jahren und den gleichwohl so liebevollen Umgang mit ihnen, so Pater Rudolf Ammann im Interview.

Auf seine Einladung hin in Mechernich zu Gast waren unter anderem der erwähnte Matthias Kopp von der Deutschen Bischofskonferenz, Rolf Pietsch, der frühere Vorsitzende des Katholischen Medienverbandes und jetzige Verlagsleiter des Bonifatius-Verlages, und die Redakteurin Sylvia Becker vom Deutschlandfunk. Ammann: „Ich habe ihnen auch nicht verschwiegen, dass sich beispielsweise die meisten Korea-Huntington-Patienten »draußen« leider Gottes irgendwann suizidieren. Hier nicht – Suizid als Ausweg ist auf den Stationen der Communio in Christo nicht einmal ein Thema...“ Für sich selbst hat der Schönstatt-Pater, der Schönstatt-Pater bleibt und für immer bleiben will, klar definiert, was es mit der als Orden von Mutter Marie Therese gegründeten Communio in Christo auf sich hat: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen; das hat Jesus schon gesagt.“

Ammann: „Wir beten zusammen, feiern zusammen Gottesdienst, hören gemeinsam auf die Worte von Mutter Marie Therese und des Generalsuperiors – und pflegen doch die jeweils eigene Spiritualität unserer Orden und Säkularinstitute.“ Er selbst kenne „schon die zwei Quadratmeter auf dem »Berg Zion« in Schönstatt (Vallendar), wo ich eines Tages neben meinen Schönstatt-Mitbrüdern beigesetzt werde...“

Neben den größten Gemeinsamkeiten zwischen den Gründungen von Pater Joseph Kentenich und Mutter Marie Therese nannte Pater Ammann im Interview auch den größten Unterschied: „Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsbewegung, die Communio in Christo ist extrem sozial ausgerichtet.“

Neben dem Sozialwerk beeindruckt Pater Ammann bis heute am meisten die Internationalität der Communio in Christo: „Ich war bei meiner ersten Teilnahme an einem Ordensgedenktag – 2011 in der Gründungskirche Holzheim – enorm beeindruckt wie viele Priester, Schwestern und Laien so vieler unterschiedlicher Nationen da um den Altar Christi versammelt waren.“

Die Internationalität der Kirche hat den „geborenen und bekennenden Schwaben“ und 1964 geweihten katholischen Priester lebenslang geprägt: „Das Konzil war für mich Aufbruch, der mich bis heute nicht losgelassen hat.“ Nach fünf Jahren als „Weltpriester“ schloss sich Rudolf Ammann damals noch Pater Kentenich und den Schönstatt-Patres an. Heute ist er Spiritual der deutschlandweit rund 180 geweihte Häupter umfassenden Priesterliga, einer der 25 geistlichen Gemeinschaften der Schönstatt-Bewegung.

Nach dem Interview reiste Rudolf Ammann zu einer Tagung mit den Diözesanverantwortlichen der Priesterliga auf dem Berg Moriah in Vallendar-Schönstatt: „Ich betrachte es als Führung Gottes, dass ich beides leben und erleben darf, Schönstatt und Communio. Es gehört für mich zusammen – weil es aus einem Geist ist...“

 
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