Dienst für die Ärmsten der Armen in Sambia
Gemeinsamer Weg gegen die furchtbare Seuche AIDS - Communio in Afrika
Die Rundbriefe der Communio in Christo in englischer Sprache finden auch in Afrika eine starke Verbreitung und wecken großes Interesse.
Über diesen Weg wurden Ordensschwestern, Priester und Laien, die vor Ort in der Betreuung von Aidspatienten arbeiten, mit den Schriften von Mutter Marie Therese vertraut. Es entstand eine enge Verbindung zwischen der Communio in Christo in Mechernich und diesen Priestern und Schwestern und Laien in Sambia. Durch die Bücher und Schriften der Gründerin finden sie nach eigenen Aussagen die für ihre Arbeit notwendige spirituelle Unterstützung und neue seelische Kraft für ihren aufopfernden Dienst unter schwierigsten Bedingungen.
Sambia ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Mit zwei Jahrzehnten wirtschaftlichen Niedergangs war auch der Verfall der sozialen Dienste verbunden gewesen. Für den Großteil der Einwohner bedeutet dies eine starke Verminderung ihrer Lebensqualität. Sambia leidet an wirtschaftlichen Schwierigkeiten, hoher Arbeitslosigkeit, unsicherer Versorgung mit Lebensmitteln, Umweltverschmutzung, sexueller Diskriminierung, hochgradiger Mangelernährung, besonders unter Kindern, erschwerter Zugang zu höherer Bildung und eine steigende Anzahl von Waisenkindern in schwierigen Lebenssituationen. Die HIV/Aidskrise trägt viel zu dieser schwierigen Lage bei.
Ein besonderes Anliegen von Mutter Marie Therese, der Gründerin der Communio in Christo, war die Solidarität mit den Aidskranken weltweit.
"Hospice of Mother Marie Therese" in Sambia
Als Beweis der besonders engen Verbundenheit entstand ein reger Austausch mit unseren Freunden in Sambia. Sr. Franciszka aus Mpanshya/ Sambia schreibt dazu:
"Gott in seiner Güte führt das Leben eines Menschen so, dass man nicht aus dem Staunen herauskommt. So war es mit unserem Hospiz. Viel verbindet uns Borromäerinnen mit den Idealen von Communio in Christo. Das Wichtigste ist, dass unsere Gemeinschaft seit 350 Jahren versucht, das Charisma der Barmherzigkeit zu leben: Gott und die Armen = Kontemplation und kranke Menschen, die Hilfe benötigen.
In Sambia sind wir seit 30 Jahren. Ich bin dort schon seit über sechs Jahren und hörte bereits von Communio in Christo und interessierte mich für diesen Orden. In einer schwierigen Situation besuchte uns im Jahre 2000 eine Gruppe der Communio in Christo. Ich persönlich fing an, Mutter Marie Therese zu bewundern, bemerkte, wie tief ihre Betrachtungen sind. Der Aufenthalt der Delegation ermutigte uns und bestärkte uns in der Hoffnung auf Hilfe und Zusammenarbeit. Das Projekt vom Hospiz wurde im Jahre 2001 realisiert und die Haltung Mutter Marie Thereses gegenüber den Kranken überzeugte uns davon, dass sie die Schutzpatronin unseres Hospizes werden sollte, somit erhielt unser Haus den Namen:
"Hospice of Mother Marie Therese".
In unserem Hospiz werden die Mitarbeiter darauf vorbereitet, Hilfe zu leisten, vorwiegend jedoch, um die Sterbenden zu begleiten. Sie wurden über die Ideale der Hospizbewegung nach Mutter Marie Therese unterrichtet.
Wir freuen uns unheimlich über die Zusage der ständigen Hilfe beim Kauf von Medikamenten und medizinischem Zubehör durch Communio in Christo."
Sr. Leonia: "Ohne Hilfe aus Mechernich wenig Hoffnung"
Ferner berichtet Sr. Leonia aus dem "Mother of Mercy Hospice" in Chilanga/Sambia:
"Der Dienst, den wir verrichten, ähnelt dem, den Mutter Marie Therese geleistet hat: den Sterbenden beizustehen. Wir kümmern uns allesamt um Menschen, die an Aids erkrankt sind. Die meisten unter ihnen sterben an Erschöpfung.
Vor neun Jahren begannen wir mit unserer Arbeit. Damals gab es noch kein Hospiz. Die Patienten erlagen den Leiden in ihren Hütten. Unsere Aufgabe bestand zunächst darin, sie aufzusuchen und an Ort und Stelle zu betreuen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass in den Slums fast in jedem Haus einer an Aids starb oder stirbt. Eine schwierige Situation für die Helfer. Es fehlen notwendige Mittel, um allen beizustehen. Vor allem sind junge Menschen im Alter zwischen 17 und 35 Jahren an Aids erkrankt. Wir erlebten schreckliche Augenblicke. Ein 22-jähriger lag ohne Decken und Matratzen auf dem Fußboden, litt unter solch starken Schmerzen, dass die übliche Medizin nicht ausreichte. Immer noch brauchen wir dringend Lebensmittel, Seifen und Medikamente. Unser Gebet gilt den Erkrankten und Sterbenden. So suchen wir ständig nach Möglichkeiten, die Patienten in Würde ans Lebensende zu geleiten, auch wenn ihr Dasein nur noch zwei Stunden währen sollte.
Unser Hospiz wurde 1997 eröffnet. Mittlerweile haben wir 18 Betten zur Verfügung, aber weitaus mehr Kranke.
Ohne die Hilfe aus Mechernich wäre wenig Hoffnung, sähe unser Dienst nicht so aus, wie er jetzt geleistet werden kann. U.a. konnten wir auch einen Röntgenapparat anschaffen."
Aids-Hospize in Sambia werden durch die Communio in Christo mit Medikamenten unterstützt, die über die Einrichtung "action medior" nach Afrika geschickt werden.
Die enge Verbundenheit mit den Communio-Priestern hat uns ermutigt, in Lusaka, in der Pfarrei von Mandevu, ein Sekretariat der Communio in Christo einzurichten, das ganz in das Leben der Pfarrei integriert. Zwei qualifizierte Mitarbeiterinnen arbeiten dort in der Beratung und ambulanten Pflege der Aidskranken. Ihre Gehälter werden von der Communio in Christo übernommen.