Die Gründerin


Leben und Wirken von Mutter Marie Therese
Mutter Marie Therese war eine von Gott berufene und mit einer Ordensgründung beauftragte Mystikerin und Charismatikerin.




Josephina Theresia Linssen wurde am 21. März 1927 in Oud-Valkenburg im südlichen Teil der Niederlande geboren. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, das von einem tiefen katholischen Glauben geprägt war. Ihre gesunde Religiosität zeigte sich in ihrer regen Beteiligung am Leben der Pfarrgemeinde. Im übrigen verlief ihr Leben vollkommen normal und natürlich.

Schlüsselerlebnisse
Schon mit 12 Jahren hatte sie während einer Eucharistiefeier in der Pfarrkirche ihrer Heimatstadt bei der Wandlung eine Vision. In einer geistigen Schau erlebte sie die Heiligkeit des Priestertums und der Eucharistie. Ungewöhnlich für dieses Alter erkannte sie, dass diese beiden Sakramente untrennbar zusammen gehören.


Mit 16 Jahren wurde sie durch eine Eingebung während einer Eucharistiefeier nach der Kommunion gebeten, sich durch Gelübde zu binden. Sie verstand dies so, dass sie in ein Kloster eintreten sollte. Ständige Krankheiten verhinderten jedoch einen Eintritt in den Karmelorden, zu dem sie sich hingezogen fühlte.

Gott hatte etwas anderes mit ihr vor.
Nicht hinter Klostermauern, sondern mitten in einer Familie und im "normalen Leben" erfuhr sie eine mystische Entfaltung, die ihre höchste Erfüllung fand in der mystischen Vermählung, wie sie normalerweise nur in einem beschaulichen Orden möglich ist.

Von Gott geführt


Immer tiefer wurde sie von Gott in ihre Berufung eingeführt und auf ihren Auftrag vorbereitet. Mit 19 Jahren weihte sie vor dem Gnadenbild der Muttergottes "Stella Maris" in Maastricht ihr Leben der Heiligung der Priester und dem Heil der Welt, verbunden mit dem Gelübde der Keuschheit.

Mit 24 Jahren war sie todkrank. In der Nacht empfing sie die Krankensalbung. Morgens verlangte sie selbst nach einem Priester und legte vor dem Provinzial der Karmeliter die drei Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams für immer ab. Sie nahm den Namen Marie Therese de Jesus an. Sie erholte sich zwar wieder, ihr gesundheitlicher Zustand machte aber einen Eintritt in den Karmel unmöglich.

Mitten im Leben


Besonders betroffen war Mutter Marie Therese schon sehr früh von dem Unterschied zwischen arm und reich in der Gesellschaft. Das Leid und die Not in der Welt veranlassten sie zu einer starken Solidarisierung mit Kranken, Leidenden, Ausgestoßenen und Armen. Unermüdlich, selbstlos und liebevoll half sie, wo sie nur konnte. Ihr offener Charakter und ihre vorbehaltlose Liebe machten sie sehr sensibel für Lieblosigkeiten, auch in der Kirche. Daraus wird ihr Einsatz für eine Kirche der Liebe und ihre Mitverantwortung für die von der Kirche Enttäuschten verständlich.

Ihre Ausbildung als Lehrerin schloss sie mit Auszeichnung ab. Sie gründete zwei renommierte Privatschulen, die sie auch selbst leitete. Schweren Herzens musste sie 1964 aus Krankheitsgründen den pädagogischen Beruf aufgeben. Ein Jahr später siedelte sie, einem inneren Ruf folgend, nach Deutschland über. Nach intensiver Läuterung und Prüfung erfolgten die Gründungen und die Veröffentlichung geistlicher Schriften. Im Oktober 1974 hatte ihr mystisches Leben den ersten Höhepunkt mit der Aufnahme in die vereinigende Liebe mit Gott erreicht. 30 Jahre schwerster Läuterung ihres Glaubens (Mutter Marie Therese selbst sprach von einer "Finsternis des Glaubens") und der Erprobung ihres restlosen Vertrauens auf Gott lagen hinter ihr. Nun sollte sie ihren Auftrag bekannt machen. In dieser Zeit begann sie mit dem Schreiben ihrer Betrachtungen und Gebete.

In den Jahren 1977-1981 gründete sie sechs Gemeinschaften (für Priester, Schwestern und Laien, für Jugendliche und Kranke und die Kollektive Gemeinschaft Effata), die schließlich am 8. Dezember 1984 in die Gründung des Ordens Communio in Christo in Mechernich einmündeten. Der Orden umfasst Priester, Schwestern und Laien - die das ganze Volk Gottes darstellen, von dem das Zweite Vatikanische Konzil mehrfach spricht.

1981 errichtete Mutter Marie Therese in Mechernich das Mutterhaus der Communio in Christo als Niederlassung für ihre erste Priestergemeinschaft und als Anlaufstelle für hilfsbedürftige Menschen. 1982 eröffnete Mutter Marie Therese das Alten- und Pflegeheim Haus Effata in Blankenheim. 1984 erweiterte sie das Mutterhaus für die erste Kommunität der Communio in Christo aus Priestern, Schwestern und Laien. 1990 gründete sie eines der ersten stationären Hospize in der Bundesrepublik, das Hospiz "Stella Maris" in Mechernich.

1997 wurde die von Mutter Marie Therese geplante Langzeitpflegeeinrichtung für Schwerstkranke aller Altersstufen in Betrieb genommen. Für diese Einrichtung legte sie selbst noch den Namen "Communio in Christo" fest. 2003 erfolgte die Eröffnung des neuen stationären Hospizes "Stella Maris" in Mechernich, wie es Mutter Marie Therese zu ihren Lebzeiten gewollt hatte.

Mutter Marie Therese hinterließ ein umfassendes publizistisches Werk (Link Schriften von Mutter Marie Therese), in dem sie in theologischen Reflexionen auf der Basis des gelebten Glaubens alle Glaubenswahrheiten darlegte und Stellung nahm zur Lage der Kirche und der Welt. In ihren Schriften erläuterte sie zugleich grundlegend ihren Auftrag, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In dem Maße wie die Größe ihrer Berufung und ihrer Werke öffentlich wurde, nahm auch ihre Demut zu. Ihr Lebensinhalt war die Erfüllung des Willens Gottes und das Glück des Mitmenschen. Ihre eigenen Sicherheiten hatte sie alles aufgegeben und ihr Leben völlig in die Hände Gottes gelegt.


Ihre Berufung und ihr Leben stießen auf Widerstand, wie dies durchweg auch bei anderen Gründern der Fall war. Sie reagierte darauf aber immer in Liebe. Ihr großes Sozialwerk wendet sich besonders Kranken und Menschen in ausweglosen Lebenssituationen zu. In der ständigen Führung des Geistes Gottes und der bedingungslosen Hingabe an den Willen Gottes vollendete sie ihr Leben am 11. April 1994 und wurde auf dem Friedhof in Mechernich beigesetzt.
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