Communio in Christo als Reformbewegung
Die Communio in Christo ist keine neue Organisation oder ein neuer privater Verein. Sie ist weder eine Kongregation noch eine geistliche Vereinigung oder ein Säkularinstitut. Sie ist ein Orden für die Verwirklichung der Konzilsbeschlüsse als Hilfe für Kirche und Welt.
In diesem Sinne versteht sie sich als eine Reformbewegung. Mutter Marie Therese wollte die Tradition mit der Liebe verbinden zu einer erneuerten Tradition. Die Communio in Christo ist gegründet als Antwort auf die Nöte unserer Zeit. Papst Paul VI. hat am 7.12.1965 in seiner Ansprache zum Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils betont, wie sehr dem Konzil dieAntwort der Christen auf diese Not am Herzen lag:
"Die alte Erzählung vom Samaritan wurde zum Beispiel und zur Norm für die geistige Haltung des Konzils. Ein gewaltiges Mitgefühl hat es völlig durchdrungen. Das Aufspüren und Erwägen der menschlichen Not hat die Aufmerksamkeit unserer Synode ganz und gar in Anspruch genommen. Wir möchten hervorheben, dass sich die religiöse Haltung des Konzils vor allem in der Liebe zeigt." (Mario von Galli, Bernhard Moosbrugger, Das Konzil und seine Folgen, 1966, Verlag C.J. Bucher, Luzern, Frankfurt am Main, S. 289).
Die Gründerin der Communio in Christo hat diesen Kernpunkt des Konzils für die Verwirklichung ihrer Gründungsidee aufgenommen. Ihre Reformbewegung beruht also darauf "jedes Dekret dieses Konzils in dem Geist zu erfassen, wie er sich in den Texten niedergelassen hat. Dabei ruht der Akzent nicht so sehr auf Beschauung oder Aktivität, sondern auf der Liebe, aber dann mitten im Volk... Die Liebe mitten im Volk könnte alle Spannungen innerhalb der Kirche beenden. Sie würde alle Konfessionsunterschiede beseitigen, wenn sie als einzige Nachfolge Christi gelebt würde.
"Es kommt darauf an, diesen Geist des Konzils sichtbar zu machen und zu leben."
(Mutter Marie Therese, Wer bin ich, dass Du mich bittest?, 54).
In diesem Geist versteht sich die Communio in Christo nach dem Willen ihrer Gründerin als das lebendige Bindeglied zwischen Priestern und Laien, zwischen Ordensleuten und geistlichen Bewegungen. Dieser Geist sollte auch die Zusammenarbeit zwischen Pfarrgemeinden, Dekanaten und Diözesen bestimmen. Auf diese Weise ist Communio in Christo in der Nachfolge Jesu und in Orientierung am Zweiten Vatikanischen Konzil eine Reformbewegung in der Kirche und eine Brücke zu anderen Konfessionen und Religionen.
"Mein Wunsch ist, mit Ihnen in alle Gemeinschaften zu gehen und überall die Liebe lebendig zu machen nach den Dekreten des Konzils. Die Ehre Gottes ist unser Leben" (ebd. 56).