Ordensregel der Communio in Christo


Herzstück der Gründung von Mutter Marie Therese

Die Ordensregel ist das Persönlichste und das Spezifischste, das ein Ordensgründer hinterlässt. So ist auch die Ordensregel der Communio in Christo - geschrieben von Mutter Marie Therese in den Jahren 1985 bis1992 - das Herzstück ihrer Gründung.
Die Ordensregel ist das geistige Konzept der Communio in Christo. In ihr begegnen wir auf jeder Seite dem Leben der Gründerin, das durch und durch geprägt war vom Evangelium und vom Leben Jesu. Deswegen ist sie für jeden Christen wertvoll.

Das Wort Liebe durchzieht die Regel von Mutter Marie Therese in der Tat wie ein einziger Leitfaden. Sie ist zugleich eine Anleitung, das Konzil besser zu verstehen und eine Richtschnur, wie es konkret zu leben ist. Auf der einen Seite ist die Regel die Wiedergabe eines außerordentlichen Charismas als Hilfe und als Geschenk für Kirche und Welt, andererseits lässt sie Geist, Ziel und Struktur des neuen Ordens vor allem in seiner konsequenten Bezogenheit auf die Verwirklichung des Zweiten Vatikanischen Konzils und dadurch auf die Gesamtkirche deutlich werden.

Für die Ordensgründerin waren die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils die Konstitutionen der Communio in Christo.
Mutter Marie Therese hat hier das niedergeschrieben, was sie selbst bereits als Weg zurückgelegt, was sie selbst im Leben erfahren hat. Wer sich genauer damit beschäftigt, wird feststellen, dass die Regel der Communio in Christo das Leben von Mutter Marie Therese widerspiegelt. Ihr Leben ist die Verwirklichung des Zweiten Vatikanischen Konzils und das Beispiel für andere, dieses Konzil im eigenen Leben zu realisieren.

Unter diesem Aspekt gewinnen die Grundaussagen in dieser Regel eine neue Dimension. Die im Evangelium grundgelegte Nachfolge Jesu heißt: Das Beispiel seiner Liebe zu allen Menschen beherzigen. "Alle Menschen sind unsere Nächsten." Ihr Bestreben zielte ganz darauf ab, Christus durch die Nächstenliebe ein sichtbares Antlitz zu geben: "Meine Regel ist in Orientierung an den Konzilsbeschlüssen die Nächstenliebe nach dem Wort und Beispiel Jesu."

Aus dem Kapitel "Das Konzil leben" (Ordensregel der Communio in Christo, S. 206 f.)

"Gemeinsam zur Liebe werden, ist Grundgesetz eines wahrhaftigen Christseins, und diese Liebe überflutet die Kluft der Trennung. Unsere Kirche brauchte ein solches Konzil, um neue Werte zu schätzen und auch wirklich zu zeigen, in welcher Einheit wir Katholiken leben.
Bedeutet Christsein nicht, die Not eines anderen zu sehen und jenen die Angst zu nehmen, die sich mit dem Gesetz überworfen haben, und ihnen neuen Mut zu machen mit dem gelebten Wort Christi: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein?
Mitmenschlichkeit ist der Leitsatz dieser Gemeinschaft.
Ich gebe in meinen Werken den Leiden einen Sinn."

Aus dem Kapitel über "Die äußerste Liebe". (Ordensregel der Communio in Christo S. 62 f.)

"Die Liebe will in Reichen und Armen Gott und seine Forderung sehen und danach handeln. Unsere Liebe ist nicht nur für die in Not befindliche Welt, sondern für alle, ohne Ausnahme.
Wenn wir so dem Nächsten, unserem Bruder oder unserer Schwester begegnen, haben wir angefangen, unser Herz weit für Gott zu öffnen. Wir haben die Grenze unserer bisherigen Liebe erkannt. Wir sind bereit, darüber hinaus zu gehen.
Und jetzt ist unser Herz das Herz unseres Nächsten geworden, ist es ihm einverleibt, ist es Erbarmen geworden.
Die Weite unseres Herzens ist bis zu dem Herzen Jesu vorgedrungen, ist ihm ähnlich geworden, es schlägt mit allen Herzen in der Welt zusammen, weil das Herz Jesu in unserer Brust schlägt."

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